Mehr als 100.000 Schritte und jede Menge Geschichte – Die Osteuropa-AG in Krakau

Nach einem ganzen Schuljahr voller Vorbereitung war es endlich so weit: Die Osteuropa-AG machte sich auf den Weg nach Krakau. Nach einem fast zweistündigen Flug kamen wir gut in unserem Hostel an. Den ersten Abend ließen wir gemeinsam bei einem Besuch bei McDonald’s ausklingen. Trotz einiger zwielichtiger Gestalten konnten wir bereits erkennen, wie schön und lebendig die Stadt ist. In den folgenden Tagen lernten wir Krakau bei verschiedenen Stadtführungen kennen. Dabei erfuhren wir viel über die bewegte Geschichte der Stadt, die Burg Wawel, den berühmten Drachen von Krakau und zahlreiche weitere Legenden. Besonders beeindruckend war der Turmbläser der Marienkirche, der jede Stunde sein Trompetensignal über den Marktplatz erklingen lässt. Als er uns sogar zuwinkte, winkten wir natürlich begeistert zurück. Krakau zeigte sich von vielen verschiedenen Seiten. Besonders spannend war die Erkundung des jüdischen Viertels Kazimierz. Dort erfuhren wir viel über das jüdische Leben in Krakau. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten hier etwa 65.000 bis 70.000 jüdische Menschen – rund ein Viertel der damaligen Stadtbevölkerung. Ein weiteres Highlight war der Besuch der Schindler-Fabrik. Die Ausstellung vermittelte eindrucksvoll die Geschichte Krakaus während der deutschen Besatzung. Besonders spannend war es, originale Drehorte des Films Schindlers Liste zu sehen, den wir zuvor bereits im Unterricht behandelt hatten.

Ein besonders bewegender Programmpunkt war unser Besuch des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Der Tag war emotional belastend, aber zugleich unglaublich lehrreich und wichtig. Die zahlreichen persönlichen Schicksale machten deutlich, warum Erinnerung und Aufklärung auch heute noch unverzichtbar sind. Passend dazu steht ein bekanntes Zitat des Philosophen George Santayana: «„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“»

Zum Abschluss unserer Reise konnten wir Krakau noch einmal von einer ganz anderen Seite erleben. Bis in die späten Abendstunden erkundeten wir die Stadt bei Nacht. Die wunderschön beleuchteten Gebäude, die besondere Atmosphäre auf dem Marktplatz und die vielen Menschen aus unterschiedlichsten Ländern machten diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt tanzten wir zu polnischer und internationaler Musik. Unser Fazit: Die Fahrt nach Krakau war weit mehr als nur eine AG-Fahrt. Sie verband Geschichte, Kultur und gemeinschaftliche Erlebnisse auf besondere Weise. Wir konnten viel über die Vergangenheit lernen, neue Perspektiven gewinnen und gleichzeitig eine faszinierende europäische Stadt kennenlernen. Besonders danken möchten wir dem Förderverein unserer Schule. Durch seinen Zuschuss wurde uns der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau überhaupt erst ermöglicht. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar. Wir freuen uns, dass uns diese Reise ermöglicht wurde, und werden die vielen Eindrücke und Erinnerungen noch lange mitnehmen.